• Wir sind nicht mehr reformierbar und daher nicht modernisierbar

    Posted on June 5th, 2009 Nattl 1 comment

    Diesen leider sehr wahren Satz hat Ex-Finanzminister und nunmehriger Aufsichtsratsschef von AT & S Hannes Androsch im ORF-Interview bezüglich der Stellenstreichung bei AT & S getätigt. Diese Aussage ist für diese Ikone der erzroten Wirtschaftspolitik sehr bemerkenswert – und es fällt mir im Normalfall nicht leicht, einem Roten beizupflichten. Doch wo er Recht hat, hat er Recht, der Hannes Androsch.  Das Problem in Österreich dieser Tage ist nicht die Wirtschaftskrise sondern vielmehr die Unfähigkeit, auf die neue Situation zu reagieren. Anstatt notwendige Änderungen und Reformen durch zu führen und so die Allgemeinsituation zu verbessern verharren wir in Stasis und versuchen, die wohlerworbenen Rechte der diversen Interessensgruppen der rotschwarzblaugrünorangen Pfründewirtschaft der letzten Jahrzehnte auf Gedeih und Verderb zu verteidigen – koste es, was es wolle (solange es die “anderen” zahlen). Und leider gibt es wirklich keine Partei, die man hier ausklammern kann… Also verteidigen wir, was wir haben und hoffen insgeheim darauf, dass der Kelch an der österreichischen “Insel der Seeligen” vorübergehen wird. Dabei vergessen wir, dass Österreich mittlerweile Teil eines gemeinsamen Europas ist und unsere Wirtschaft in Wechselwirkung mit der Gesamteuropäischen steht. Und anstelle die Ärmel hochzukrempeln und zu versuchen, die Auswirkungen der derzeitigen Krise mit wirksamen Reformen einzuschränken, verfällt man in uralte, vertrottelte Verhaltensweisen: die Linken ziehen das verstaubte “Kapital” aus dem Bücherregal und predigen, dass der Onkel Karl schon recht gehabt hat (obwohl das Projekt “Diktatur des Proletariats” ja erwiesenerweise mehrfach schiefgegangen ist), während die Rechten auf die “Anderen” (Ausländer, EU, Gutmenschen – egal, Hauptsache ein Feindbild) wie Berserker hinschlagen. Und die politische Mitte? Tja, die hoffen, dass sich die Rechnung für die nächste Legislaturperiode schon ausgehen wird, und dann schau’ ma weiter (und ich rechne hier sowohl große Teile der SPÖ als auch der ÖVP zur Mitte). Und die Ogott-meine-Eltern-sind-Bürgerlich-ich-muss-was-Soziales-machen-Partei (sprich die Grünen) bringt halt auch keine neuen Konzepte – Brüste zu haben reicht eben doch nicht. Leider besteht die österreichische Bevölkerung nicht ausschließlich aus Gewerkschaftsfunktionären, Bauernbündlern und Assylanten – vermutlich liegt auch gerade hier der Grund, warum die Freiheitlichen dieser Tage so regen Zulauf haben.

    So gesehen kann man also nur sagen: “Gott segne Österreich” (und ich verwehre mich hierbei zu Vergleichen mit Bundeskanzler Schuschnigg)   und darauf, dass unter den ganzen Vollkoffern, welche die österreichische Innenpolitik in den letzten Jahren hervorgebracht hat, vielleicht zwei oder drei halbwegs brauchbare Leute dabei sind, welche das Steuer herum zu reissen vermögen, ganz egal welcher politischer Coleur sie sein mögen, solange es für das Land etwas bringt und nicht in politischen Extremismus gleich welcher Seite ausartet.

  • Was isn hier los…?

    Posted on June 3rd, 2009 Nattl 2 comments

    Wer sich gewundert hat, dass ich in den letzten Tagen immer stiller geworden bin auf diesem Blog: keine Sorge, ich habe nicht den Enthusiasmus verloren, nette Artikelchen für meine Freunde zu schreiben. Allerdings war es ziemlich stressig in letzter Zeit, da ich für meine Supervisors ein laufendes Programm abgeben muss (damit sie nicht wieder enttäuscht sind, dass ich noch nicht weiter gekommen bin). Und naja, ich schreibe das in einer für mich neuen Programmiersprache (Python), was bedeutet, dass ich natürlich viel Doku durchlesen muss und natürlich jeden Anfängerfehler, den es gibt, mache. Dazu kamen noch diverse Probleme mit der Firewall der Universität, denn von der Netzwerksicherheit ist das hier praktisch das Fort Knox der Netzwerke. Ist halt blöd, wenn man auf Netzwerkdienste zugreifen möchte und das nicht kann, weil es die Administratoren nicht wollen. Aber ich hab mittlerweile schon einen rudimentären Emailclient zusammengeschustert, der Mails vom Server fetchen und selber Mails verschicken kann. Natürlich alles nur brav über die Kommandozeile.

    Das Entwickeln ging eigentlich überraschend einfach von der Hand (sieht man von den Sicherheitsproblemen im Netz hier mal ab). Mein Programm flutscht unter Windows, Linux und Mac OSX nur so dahin. Ohne Probleme. Aber genau hier liegt das Problem…  In meiner Diplomarbeit wollte ich über Probleme bei der Plattformübergreifenden Softwareentwicklung schreiben, nur um jetzt festzustellen, dass ich keine Probleme habe. Und das ist ein großes Problem. Als nicht geübte Akademikerin fällt es mir schwer, irgendwelche Pseudoprobleme aus der Nase zu ziehen. Wie mein Supervisor Andrew es gestern so treffend formulierte: this is a non-issue. Toll… Naja, jetzt bin ich auf der Suche nach einem neuen Thema, weil ich net so ein Pseudothema machen kann/will/darf. Mir ist da schon was eingefallen, ein interessantes neues Thema, bei dem ich das bisher gekodete nicht wegschmeissen muss: SPAM! Passt doch gut zusammen (Monty) Python und Spam! Morgen hab’ ich wieder Sprechstunde mit meinen zwei superen Visoren, mal sehen, was die dazu sagen…

  • Ich habe jetzt ein Rad!

    Posted on June 3rd, 2009 Nattl 4 comments

    Und es ist das beste Rad, das ich jemals besessen habe. Mal sehen, ob ich jetzt überhaupt noch ein Autochen brauche. Ist eh viel zu teuer und stinkt auch.

    bike2