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Was wir von 24 lernen können
Posted on February 5th, 2010 No commentsKürzlich hat auf FOX ja die achte Staffel von 24 begonnen, in sich der ein sichtlich gealteter Jack Bauer wieder einmal durch einen Dschungel aus Verschwörungen kämpft um die USA vor einem teuflischen Plan zu beschützen. Dabei hinterlässt er wie üblich eine blutige Spur - der Bodycount an von Bauer abgemurksten Terroristen sowie von Kollateralschäden ist nach ein paar Folgen schon unüberschaubar. Und wie üblich ändert sich der Oberbösewicht gegen Mitte der Staffel - eine Tradition noch aus der Zeit der ersten Staffeln, wo man sich nicht sicher sein konnte, ob die Serie nicht irgendwann dazwischen abgesetzt wird, da wollte man halt zumindest eine Halbstaffel sinnvoll zu Ende bringen. Daher wird irgendwo um Folge 12 der Oberbösewicht abgemurkst und es offenbart sich, dass der eigentlich nur derHandlanger von einen viel, viel böseren Oberbösewicht war. Aber davon will ich heute nicht reden…
So teuflisch der Plan der Terroristen auch sein mag, sie verhalten sich meistens so plump, dass Jack Bauer und seine Mitstreiter maximal vier Folgen benötigen würden, um allen das Handwerk zu legen. Wären da nicht, ja… wären da nicht diese unfähigen Vorgesetzten, die das Salz in der Suppe namens 24 sind. Prinzipiell dümmer als ein Sack voller Pferdemist treffen sie stets eine Fehlentscheidung nach der anderen, lassen sogar zeitweilig sogar Bauer verfolgen anstelle sich um die Terroristen zu kümmern und sorgen so dafür, das 24 seinem Namen gerecht werden kann, und auch aus 24 Folgen bestehen darf.
Stets sorgen diese Chefs von Geheimdienstabteilungen, Stabschefs oder welche Funktion sie auch immer innaehaben mögen dafür, dass unnötig Unschuldige geopfert werden, pflichtbewußte Agenten ihr Leben lassen müssen oder bereits eingebuchtete Übeltäter wieder fliehen können. Dabei verhalten sie sich so präpotent, dumm und arrogant dass man am liebsten in den Fernseher reinspringen will um ihnen einfach nur mehr so in die Fresse (oder auf gut österreichisch: in die Gosch’n) hauen möchte. Da können die Beweise noch so klar sein, eine Spur so deutlich sein, dass sogar ein Blinder draufkommt, man kann sicher sein, dass diese Vorgesetzten mit Sicherheit irgend eine Entscheidung treffen, die diametral zu dem steht, was eigentlich klug wäre.
Was daran so interessant ist? Nun ja, vielleicht geht es ja nur mir so, aber ich erkenne eine gewisse Analogie zwischen diesen Vorgesetzten in 24 und einer erschreckend hohen Anzahl von Vorgesetzten in der realen Welt. Und das trifft hier auf den unternehmerischen Bereich ebenso wie auf die Politik zu. Klar, es gibt sogar eine Theorie, warum das so ist, das sogenannte Peter-Prinzip: In a hierarchy every employee tends to rise to his level of incompetence. Auf gut deutsch: man wird solange befördert, bis man eine Position innehat, für die man zu unfähig ist. Schön und gut, aber diese Theorie hat doch einen Hacken: dann müssten doch wir alle, die wir dieses Prinzip erkennen, doch zumindest selber auf einen Vorgesetztenposten sitzen, oder? Oder sind wir alle so unfähig, zu erkennen, dass wir eigentlich auch schon die Grenzen unserer Fähigkeit überschritten haben… Na, ich weiß nicht. Da halte ich es schon eher mit der Theorie, die Robert Misik vor einigen Wochen aufgestellt hat: das Österreich-Prinzip - befördert die Unfähigen.
Obwohl Misik im Grunde nicht unrecht hat, tut er natürlich wieder einmal, wie es in gewissen Kreisen, die vermehrt Zeitungen, die auf braunes Papier gedruckt sind, lesen, üblich ist, und tut gleich einer ganzen Nation unrecht. Natürlich ist es nicht nur ein Phänomen, welches sich auf Österreich beschränkt, sondern es kann in jeder westlichen Kultur mit geringen Unterschieden wiedergefunden werden. Und ich bin mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sicher, dass es sich in anderen Kulturkreisen ebenso verhält. Interessant ist da z.B. ein Artikel in der New York Times, der berichtet, wie Grabenkämpfe im Hause Microsoft jegliche Innovation getötet haben. Hauptakteure: unfähige Vorgesetzte. Oder wenn ich da nur mit Grausen an eine gewisse Dame aus Alaska denke, die sich ja nicht gerade durch ihre Fähigkeiten oder ihre Intelligenz auszeichnet, aber dennoch von den Republikanern gerade zur Präsidentschaftskandidatin für die nächsten Wahlen in den USA aufgebaut wird.
Warum ist das so? Warum hat unsere Gesellschaft eine so masochistische Neigung entwickelt, die offensichtlich nur darauf giert, von den dümmsten, gierigsten und unfähgsten Personen geführt zu werden. Nun vielleicht sind die Inkompetenten nicht so inkompetent, wie man sie einschätzt. Sie mögen fachlich vielleicht nicht ganz gut drauf sein, aber sie haben offensichtlich eine höhere soziale Kompetenz. Während nähmlich die die Intelligenten und Kompetenten damit beschäftigt sind, ihre Aufgaben zu lösen, kümmern sich die anderen um ihre Connections. Und das so etwas bei einer Beförderung natürlich hilfreich ist, liegt auf der Hand.
Das ist der Grund, warum ein Jack Bauer nach acht Folgen noch immer mit Dreck und Blut beschmiert durch irgdendwelche Seitenstraßen läuft und sich Feuergefechte mit irgendwelchen Ganstern liefert während unfähige Vorgesetzte in ihren Cyber-Kontrolcentern munter eine Fehlentscheidung nach der anderen machen können. Vielleicht sollte sich Mr. Bauer mehr um seine Kontakte kümmern, vielleicht der Präsidentin in der Serie mal ein Kompliment, dass ihr die neue Perlenkette besonders steht, machen. Dann könnte er auch bald irgendwo in einen Schaltzentrum der Macht sitzen und Fehlentscheidungen machen…
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