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Was ich vermissen/nicht vermissen werde
Posted on May 5th, 2010 No commentsWow, jetzt sinds nur mehr knapp 10 Tage, dann hau’ ich ab von hier. Ist irgendwie ein komisches Gefühl – wenn man längere Zeit an einem Ort wohnt, dann schlägt man Wurzeln. Ehrlich gesagt, hätte ich mir nicht gedacht, dass mir das passieren würde. Und so blicke ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge dem Tag der Abreise entgegen. Aus diesem Grund hab ich mir gedacht, ich stell mal eine kurze Liste der Dinge zusammen, die ich vermissen werde bzw. die ich nicht vermissen werde.
Was ich vermissen werde
Die mulikulturelle Community im Abbey College und am Campus
Es überrascht mich selbst, dass ich das erwähne. Aber wir hatten hier eine supertolle Community bestehend aus intelligenten Leuten aus aller Herren Länder. Im letzen Jahr habe ich Bekanntschaf mit Leuten, die aus Kenya, China, Indien, Malaysia, Trinidad & Tobago, Südafrika, Japan, den USA, Finnland, Ungarn, Australien, Nigeria, Neuseeland, Brasilien, Bolivien, Ägypten, Jordanien, Korea, Kanada, UK, Iran, Pakistan, der Schweitz und Deutschland geschlossen. Mit vielen habe ich Freundschaft geschlossen. Es hat auch die Art, wie ich mit Leuten aus anderen Kulturkreisen umgehe geändert.
Der botanischen Garten Dunedin
Keine zwei Gehminuten vom Abbey College entfernt ist der botanische Garten. Einer der schönsten Parks dieser Art die ich kenne. Ein toller Ort, um zu laufen, ein Buch zu lesen oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen und frische Energie zu tanken.
The Kiwi-Attidude
Die lockere, weltoffene Einstellung aller Kiwis, die ich kennengelernt habe. Es ist die höchste Pflicht eines jeden Kiwis, sich ein Umfeld zu schaffen, um gut leben zu können. Viel Geld ist da eher nebensächlich.
Die Abgeschiedenheit
Praktisch am Ende der Welt lebend. Von allen Problemen in Österreich und Europa tausende von Kilometern entfernt. Als nicht-Einheimische habe ich mich auch nicht wirklich für lokale Politik interessiert, somit habe ich ein herrlich ignorantes, sorgenfreies Jahr verbringen können.
Das CS-Department
Studieren am CS-Department war echt leiwand, weil meine Supervisoren immer für mich da sind. Ich kann jeden Tag bei denen ins Büro marschieren und sie um Hilfe bitten. Und sie helfen mir wirklich. Das war eine Qualität zu studieren, die einzigartig ist.
Was ich nicht vermissen werde
Abbey Food
Der Fraß im Abbey College: schmeckt nicht und macht trotzdem blad . Ein vierwöchiges Menü-Radl mit einer Küche, für die Salz, Pfeffer und andere Gewürze Fremdworte sind. Nach zwei Monaten hängt dir das Zeugs so beim Hals raus, bäaah!
Besoffene Studenten
Besoffene Studenten, die ab 4 Uhr Nachmittags auf der Castle Street vor den Häusern rumkugeln und bis spät in die Nacht lärmen. Persönlicher Favorit sind australische Studentinnen, die um drei in der Früh im Chor zu kreischen beginnen.
The Kiwi-Attitude
Obwohl eine lässige Einstellung kann sie zuweilen auch nerven. Das obligate “She’ll be right”, was so ungefähr dem wienerischen “Passt!” gleichkommt und praktisch in jeder Situation angewandt wird. Probleme werden nicht gelöst, sondern geschickt umschifft, was natürlich auf die Dauer keine Lösung ist…
Das Bier
…ist grauslich. Obwohl eigentlich überzeugte Biertrinkerin bin ich hier in Neuseeland auf Rotwein umgestiegen, weil der einfach besser ist. Die Biere sind meist Lager, ohne viel Geschmack, Alkoholgehalt und sauteuer. Freu mich schon auf ein rotes Zwickl oder ein Velko.
Beheizung der Gebäude
Keine Wärmedämmung, keine Doppelverglasung und Beheizung mit Stromradiatoren. Häuser, in denen es in Herbst und Winter kälter ist als Aussentemperatur. Waschechte Kiwis verstehen dich aber nicht, wenn du meinst, dass es schon bissi kalt ist. Sie blicken dich iritiert an: 8 Grad Zimmertemperatur im Wohnzimmer sind doch eh kuschelig, oder? Wärmere Zimmertemperaturen sind was für Weicheier! Und nein, ich übertreibe NICHT.
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