-
E-Government im Jahr 2010 – ein Erfolgsmodell
Posted on July 23rd, 2010 3 commentsGestern habe ich ein Schreiben von einem von mir bislang unbekanntem Unternehmen bekommen, dass sich im Auftrag meiner Mitarbeitervorsorgekasse um meine dürftige Abfertigung Neu kümmert. Was ich denn gerne mit den paar Kröten machen wolle, die sich in den letzten Jahren auf meinem Konto angesammelt hätten? Weiterveranlagen, auf eine andere Vorsorgekasse übertragen (ich kommentiere jetzt nicht, warum wir in Österreich wieder 95.000 verschiedene Vorsorgekassen brauchen), eine lebenslange steuerfreie Zusatzpension oder eine Auszahlung des Betrages stehen zur Auswahl.
Und weil wir ja ganz toll im Internetz-Zeitalter leben, wird angeboten, die Antwort nicht nur per Post oder Fax, sondern auch (!) per Email an das Unternehmen zu schicken. Da ich gerne alle Dinge am liebsten Online mache, da ich (so bilde ich mir ein) mehr Kontrolle über den Prozess habe, war es selbstverständlich, dass ich die Verfügung via Email mache. Also Formular eingescannt, Ausweiskopie eingescannt, schön aufbereitet als PDF und ein Email geschickt. Hach, wie schön ist doch das Internet…
Denkste. Denn der Mailserver des hinter der Vorsorgekasse stehenden Versicherungsunternehmens (das sei jetzt nicht genannt, nur der Spruch “Von Klosterfrau bis Kinderschänder, alle geh’n zur… soll Aufschluss geben, wer gemeint ist) ist damit nicht einverstanden. Der sagt njet, Mailattachment zu groß. Gut, es ist zwar irre, im Jahr 2010 eine so limitierte Mailquota vor allem in einem Versicherungsunternehmen einzuführen. Na gut…. wozu haben wir die Nattl Informatik studieren lassen. PDF nachbearbeiten, verkleinern. Jetzt muss es aber durchgehen, oder? Njet! Jetzt stellt der Mailserver auf einmal fest, dass die Email-Adresse, welche für die Eingänge festgelegt ist, ins Nirvana führt – da läuft irgendeine Weiterleitung auf eine andere Email-Adresse, die es aber nicht gibt. Arrrrgh!!! Schnell noch mehrmals die eingegebene Email-Adresse überprüfen, aber nein, ich hab die richtige, auf der Verfügungserklärung angegebene, Email-Adresse verwendet.
So… jetzt hab ich doch nochmal alles ausgedruckt und trag es zum Postamt. E-Government im Jahr 2010. Ein Erfolgsmodell. Vermutlich klopfen sich aber trotzdem ein paar Organisatoren in der Versicherung auf die Schultern, weil sie ja eine so tolle E-Government-Lösung gebaut haben.
Fußnote: es lässt sich jetzt darüber streiten, ob eine Versicherungsleistung noch zum Bereich E-Government gehört oder doch eher E-Commerce ist. Da es sich bei den Mitarbeitervorsorge aber um eine gesetzlich festgelegte Leistung handelt, lasse ich das jetzt mal als E-Government gelten. Wer einen besseren Begriff hat, der soll das doch bitte kommentieren
3 responses to “E-Government im Jahr 2010 – ein Erfolgsmodell”

-
Liebe Nattl,
der lieben Ordnung halber sei festgehalten, die Abfertigungskassen heben 1,53% deines Bruttogehalts ein um es für dich bis zu deiner Pension zu veranlagen. (Eine vorzeitige Entnahme ist aber wie du nun weisst auch möglich)
Man könnte einem mündigen Staatsbürger in zivilisierten und entwickelten Industrieländern selbstverständlich jene 1,53% auch in Investments seiner Wahl anlegen lassen.
Nicht aber in Österreich. Da haben sich ganz zufällig jene Unternehmen etabliert die man den diversen Reichshälften zuordnen kann.
Ergo wird ein schwarzes Unternehmen natürlich nur bei einer schwarzen Vorsorgekassa veranlagen.
Und eine rotes Unternehmen………, schenken wir uns den Rest;-)
Der Veranlagungserfolg liegt bei irgendwas um den Eckzinssatz. Abzüglich der Verwaltungsspesen!
Das ist bitte in Zeiten wo die Menschen mit vermeintlich Mündelsicheren Papieren diverser illustrer Gesellschaften deren Protagonisten nur noch mit dem einleitenden Satz “es gilt die Unschuldsvermutung” genannt werden dürfen ja eh ganz ordentlich;-)
Der Fairness halber muss ich allerdings den Versicherungen bezüglich Internetz Rosen streuen. Ich schick fast täglich PDF Files zu allen möglichen Versicherern, auch zu der oben genannten. Was soll ich sagen, bei mir klappts immer, auch mit größeren Dateien. Ich glaub langsam wirklich, du hast was das angeht einfach nur schlechtes Karma*g*
Tu vielleicht mal nachgoogeln, es gibt sicher was im Netz zu kaufen, dass dein schlechtes Karma zu vertreiben vermag. Ich habs grad nachgeprüft, unter den Stichworten “schlechtes Karma vertreiben” findest du 36.100 Treffer.
) Kopf hoch.
lg
SaschaPS. Hast schon nachgeschaut ob alle Kabelverbindungen richtig angeschlossen waren?;-))
-
Sascha July 24th, 2010 at 00:37
gaaaanz ruhig Fräulein Chrobok,
legen sie ganz langsam die Maus auf den Schreibtisch, treten Sie 2 Schritte zurück und halten Sie die Hände bitte so dass ich sie sehen kann;-))
lg
Sascha
Leave a reply
-


Sascha July 23rd, 2010 at 14:52