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Die SPÖ entdeckt die Lustfeindlichkeit
Posted on August 2nd, 2010 No commentsDie letzten zwei Wochen über waren die Medien ja voll von Berichten und Statements über die neue Werbekampagne von Hirterbier. Stein des Anstoßes sind drei unbekleidete Damen, welche drei beliebte Biersorten der Brauerei Hirt in die Kamera halten. Viele Politiker haben plötzlich ihre moralische Ader entdeckt und wettern gegen die Werbeplakate von Hirter. So z.B. die Frau Frauenberger, ihres Zeichens Frauenstadträtin in Wien. Sie hat diese Kampagne gleich mal sexistisch bezeichnet.
Was an der Hirterwerbung sexistisch sein soll erschließt sich mir nicht. Peinlich ja, schlecht umgesetzt ja, dumm vielleicht, aber sexistisch? Eigentlich ist Sexismus ja die Diskriminierung oder Unterdrückung von Menschen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit. Davon kann bei der neuen Hirterwerbung keine Rede sein. Es scheint ja, dass die Frau Frauenstadträtin Frauenberger (ziemlich viel Frau, aber nur geschriebenerweise) und die SPÖ auf so ein Thema gewartet haben, damit die rote Wahlkampfmaschinerie schön langsam für den Herbst ins rollen kommt. Schnell ein Schuß ins Blaue, damit von der den Wahlen folgenden Steuerbelastung der rot-schwarzen Kuschelregierung, die auf die Wahlen in der Steiermark und Wien folgen wird, abgelenkt wird. Da muss halt auch eine Frau Frauenstadträtin, von der man zuvor praktisch kaum etwas gehört hat, aktiv werden und ihrer Bestürzung und Lustfeindlichkeit Ausdruck verleihen.
Ich würde mir wünschen, wenn eine SPÖ ihren Kampfgeist gegen Sexismus bei anderen Dingen finden würde, wie etwa der gerechten Entlohnung oder bei jungen Frauen oder Mädchen, die gezwungen werden, ihr Haupt mit einem Kopftuch zu verhüllen. Aber da schweigt frau, weil das ist offensichtlich nicht medienwirksam genug, weil nicht mehrheitsfähig.
Dennoch muß man sagen, dass Hirter aufgrund ihrer plumpen Werbekampagne zumindest bei mir gewisse Sympathiewerte verloren hat. Aber nicht wegen der unbekleideten Damen am Werbeplakat oder dem grottenschlechten Werbespott sondern weil sie sich offensichtlich als das Proletengesöff No. 1 etablieren wollen. Und das spricht mich zumindest nicht an.
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