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Das Zögern des Westens
Posted on March 16th, 2011 2 commentsEigentlich ist die japanische Erdbeben/Atomkatastrophe das Beste, das arabischen Diktatoren wie westlichen Politikern passieren konnte. Nachdem der Plebs derzeit gebannt wie ein Kaninchen vor der Schlange auf die Erdbebenkatastrophe und deren Folgen blickt, versuchen jene arabischen Machthaber, die sich bislang noch an der Macht halten konnten, Tatsachen zu schaffen. Aber auch die westlichen Politiker in der EU, den USA und der UN nutzen die gegenwärtige Situation dafür, um sich an einer Entscheidung zum Thema Libyen vorbeischummeln.
Vermutlich hat auch so mancher europäische Politiker in den letzten Tagen schon insgeheim bedauert, dass er oder sie so “vorschnell” über den libyschen Diktator geurteilt hat. Während es noch vor einer Woche so ausgesehen hat, als würden die Rebellen oberhand gewinnen, hat der Despot nun zum Gegenschlag ausgeholt und treibt die Auständischen immer weiter zurück. Eine von den Rebellen kontrollierte Stadt nach der anderen wird von den regimetreuen Truppen zurückerobert. Und glaubte man noch vor Kurzem, dass der Diktator gestürtzt würde, so sieht es jetzt so aus, als könnte sich Gaddafi doch noch länger im Sattel halten.
Und so versucht man in der UN, in der EU schon wieder, ganz langsam herumzurudern. Denn falls Gadaffi sich hält, wird man sich mit ihm abermals arrangieren müssen, will man an sein Erdöl kommen. Der verhöhnt den Westen bereits wieder indem er die Haltung der deutschen Bundesregierung lobt. Wie lange also noch, bis die ersten Politiker den Tyrannen wieder zu loben beginnen. Hier könnte übrigens Silvio Berlusconi helfen, der sich ja generell sehr zurückgehalten hat, was Kritik am libyschen Staatschef angeht.
Aber nicht nur in Libyen geht’s rund dieser Tage. In Bahrain wurde das Kriegsrecht verhängt und die saudische Regierung hat zur Unterstützung Soldaten geschickt. Doch das interessiert mittlerweile niemanden mehr, weil jetzt haben wir alle Angst vor dem Atom…
2 responses to “Das Zögern des Westens”

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Ich sag´s ja nur sehr ungern. Aber ich glaube nicht, dass der Westen eine Veränderung der Machtverhältnisse in Afrika und im Arabischen Raum wünscht.
Viel zu viel Geld wurde und wird mit Waffen und Öl Deals dort verdient.
Ob dort ein paar “Blosshapperte Kameltreiber” nach Demokratie oder Perspektiven für die Zukunft rufen ist der herrschenden Elite des Westens wurscht.
Sascha
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H4RR1S March 23rd, 2011 at 22:37
Ein weiterer wesentlicher Punkt ist:
Eine Militärdiktatur schafft “Ordnung” und “Ruhe”. Das ist dem Westen ebenfalls lieber, als ein Konflikt, der sich möglicherweise bis an die Grenzen des Westens eskaliert. Ich erinnere nur an Ex-Jugoslawien.
Die einzige schöne Erinnerung daran ist, dass Hr. Peter Pilz auf einmal “schmähstad” war. Er hat auf einmal nicht mehr gegen das Heer gewettert hat, als jenes mit Panzern an der Kärntner Grenze aufgefahren ist, um die explodierenden Lastwägen auf (heute) slowenischem Boden zu halten. Des weiteren wurden Partisanen daran gehindert sich nach Österreich zurückzuziehen, um von dort aus weiter zu kämpfen.
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Sascha March 16th, 2011 at 18:45