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Die nächste Blase kommt bestimmt
Posted on March 3rd, 2011 6 commentsVor so zirka einem Jahrzehnt ist die Dotcom-Blase geplatzt und hat mit einem Mal alle feuchten Wunschträume von Investoren und solchen, die es gerne wären, zerstört. Wurden kurz vorher noch Unternehmen mit fragwürdigen Businessplänen (irgendwelche ominösen Webportale) unglaublich hoch bewertet und konnten ohne etwas zu produzieren an die Börse gehen, war es mit einem Schlag aus. Wo vorher noch Goldgräberstimmung vorhanden war, herrschte plötzlich flaute. All die Webseitenbastler, die mit halbgaren HTML-Kenntnissen hofften, ihr Glück zu machen wurden jäh arbeitslos.
Sprung zehn Jahre in die Zukunft: 2011. Irgenwie kann ich mir des Eindrucks nicht erwehren, dass sich gerade eine neue Blase bildet: Social Media. Jeder, der heute etwas auf sich hält — und der dabei sein will — der macht etwas mit Social Media. Wie seinerzeit die Webseitenbastler schießen die Social Media Agenturen aus dem Boden. Kürzlich wurde der Marktwert des Kurznachrichtendiensts Twitter auf über 4 Milliarden US-Dollar geschätzt. Vier Milliarden für User, die 140 Zeichen in die Internetwolke rotzen, wurscht obs jemanden interessiert oder nicht. Facebooks Wert schwankte sogar Anfang des Jahres bei kolportierten 50 Milliarden US-Dollar. Komischerweise haben bei beiden Unternehmen Investmentbanken wie Goldman Sachs und andere ihre Finger im Spiel. Diese investieren munter in diese Unternehmen, kaufen Anteile auf und die eigenen Analysten machen dann die Bewertungen. Natürlich wollen auch andere einen Teil vom Kuchen haben und beginnen ebenfalls in diese Unternehmen zu investieren. Und so baut sich eine Blase auf… Wenn dann genügend Schwachsinnige gefunden wurden, die ihr Kapital in diese gehypten Unternehmen stecken, steigen die Investmentbanken mit hohen gewinn aus und die Analysten sagen: eigentlich sind diese Social Media Unternehmen ja gar nicht soviel Wert… Puff…
Klar, total überzeichnet und schwarz gemalt. Aber vielleicht doch nicht unrealistisch oder? Es gibt ja noch immer DotCom-Firmen, die die Blase seinerzeit überlebt haben. Und vermutlich gibt es sowas wie Facebook auch in fünf oder zehn Jahren noch. Und es gibt ja andererseits noch immer eine ganze Menge von Leuten, die noch immer nicht wissen, was Social Media so genau ist… und was man da eigentlich damit tut. Viele Firmen wollen jetzt auch was mit diesem Facebook machen. Das hat sich auch am heutigen E-Day 2011 der Wirtschaftskammer Österreich bewiesen. Aber mal ehrlich: wer im Jahr 2011 noch nicht weiß, was Twitter und Facebook sind — braucht der das wirklcih? Und… glaubt jemand, der heute ein Social Media Unternehmen gründet wirklich daran, dass er/sie noch genügend Geld damit macht? Diejenigen, die damit das große Geld machen, haben bereits vor Jahren damit begonnen. Dennoch wachsen neue Social Media Unternehmen derzeit wie die Schwammerln aus dem Boden…
Wird sich also die Bubble wiederholen? Wird Social Media genau so zu einer Blase werden, wie einstmals die Dotcom-Bubble? Ich weiß es nicht. Mark Twain hat einmal gesagt: “die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.” Und so könnte es auch hier passieren. Vielleicht sind die Auswirkungen ähnliche wie seinerzeit, vielleicht sind es andere. Wir werden sehen. Letztendlich stellt sich eigentlich nur die Frage, was wir in ein- zwei Jahren mit den ganzen arbeitslosen Medieninformatikern machen…
6 responses to “Die nächste Blase kommt bestimmt”

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Seit versichert, die passende Entzündung zur Blase kommt schon sehr bald. Dann bekommen die gleichen Leute die Haare geschnitten die schon 1999 gebrannt haben wie die Luster.
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Der Hype und die dazugehörige Blase gehört denke ich so ein bisschen zum normalen Software- und Technologie-Lebenszyklus auch dazu.
Ist der Hype vorbei, die Blase geplatzt, fängt dann das seriöse Geschäft mit dem jeweiligen Bereich normalerweise erst richtig an. Freilich nicht mehr mit Fantasiezahlen, dafür mit umso mehr echtem altmodischem Umsatz.
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“The Singularity is Near” und http://transcendentman.com lassen grüßen. Social Media ist nicht nur am hypen, weil es hip ist, sondern weil mit unverminderter Beschleunigung die technologische Entwicklung fortgeschrieben wird.
Es kommt ganz darauf was wir, als Individuen und Organisationen darauf machen.
Blasen sind eigentlich immer Sch…, denn einige bleiben dabei recht heftig auf der Strecke und werden “abgehängt”. Mehr Menschen in diesen Zeiten mitzunehmen, die neuen Technologien verständlich machen (und nicht nur in teuren Seminaren von selbsternannten Experten für’n halben Tausender), und dies über Generationen und Schichten wird Möglichkeiten künftiger Prosperität bieten, an die wir momentan noch gar nicht denken.
Ansonsten ist die Blase nur wieder eine Aktion der “verbrannten Erde” mit wenig nachhaltigen und breiten positiven Folgen
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… vergaß ich: http://bit.ly/fO5Mq2 (Shirley Bassey & The Propellerheads) – das passt
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Schön geschrieben. Ja, auch die Tulpenblase ist mal geplatzt. Heute schütteln wir den Kopf und wundern uns, dass es sowas je geben konnte…
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@Maria: Die Tulpenblase ist ein wunderbarer Vergleich. Wir wissen bis heute nicht wirklich, ob wir den Vorgang “irrational” oder durchaus “rational” deuten sollen. Was wir wissen: die Blase ist geplatzt, die Tulpe ist geblieben.
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Sascha March 4th, 2011 at 11:01