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Randnotiz: Gottseidank gibt’s die Demokratie
Posted on October 12th, 2011 9 commentsDas slowakische Parlament hat über die EFSF-Erweiterung abgestimmt. Das Ergebnis war ein klares Nein. Glücklicherweise leben wir hier in der EU ja in einer Demokratur, daher ist die Entscheidung der Slowaken nicht weiter schlimm. Da wir ja alle wissen, wie furchtbar wichtig der Schutzschirm ist — schließlich und endlich sagen es ja alle Experten tagein, tagaus — wird im slowakischen Parlament solange abgestimmt, bis das Ergebnis passt. Wir sind ja schließlich und endlich alle Demokraten.
Freilich wird das Griechenland nicht vor dem Bankrott retten und 2012 wird’s in der Euro-zone noch viel mehr scheppern. Aber bis dahin sind ja noch ein paar Monate Zeit, in denen uns unsere weisen Führer mindestens noch dreißig andere G’schichtln erzählen werden, dass ja alles gar nicht so schlimm ist. Und wenn’s dann wirklich so richtig feste kracht, dann könnten wir ja in den lokalen Parlamenten darüber abstimmen, ob es überhaupt eine Krise gibt. Selbstredend so lange, bis das Ergebnis passt. Wir sind ja schließlich und endlich alle Demokraten, oder?
9 responses to “Randnotiz: Gottseidank gibt’s die Demokratie”

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Aber bitte der Peppi Pröll hat damals gesagt “es handelt sich nur um Garantien die aufgrund des Haftungsentgelds für Österreich ein TOLLES GESCHÄFT sind”
Schon witzig das ein Land das jahrzehntelang von den Sowjets besetzt war und bis vor kurzem noch mit einem Vladimir Meciar geschlagen war der EU Nachhilfe in Demokratie und Ökonomie geben muss.
Die Slowaken haben viel ertragen um den Euro einführen zu dürfen. Die Slowakischen Beamten verdienen weit weniger als die Griechischen. Die Privilegien des Öffentlichen Dienstes sind um ein vielfaches weniger und so war es schlicht und einfach gesunder Menschenverstand NEIN zu sagen.
Jedem bis runter zum einfachen Hackler ist klar, dass wenn jemand Schulden ohne Ende hat und er net einmal die horrenden Zinsen seiner Kredite zahlen kann, das gewähren weiterer Kredite ohne Schuldenschnitt a. Teuer und b. dumm wäre.
Aber im Gegensatz zur mächtigen Banken und Finanzlobby hat der kleine Hackler nur ein paar Politappartschiks als Vertreter die bloss vorgeben seine Interessen zu wahren.
Im Grunde wollen sie alle doch nur unser “Bestes”.
lg
Sascha -
Mit der Taktik hat die EU schon bisher ziemlich viel überstanden – never change a running system.
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@Nattl:
Ich mag Ihren gaaaanz zart durchklingenden Zynismus!
Nur eine kleine Frage sei mir verstattet: woher nehmen Sie eigentlich den Optimismus, zum nächsten größeren Schepperer würde es bis 2012 dauern …?
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Das mit den Mittelschicht-Orangen — was Sie hoffentlich nicht auf eine Partei dieser Fabe beziehen
— stimmt durchaus, nur schepperer bzw. Klescher haben die Tendenz, zu kommen »wie der Dieb in der Nacht« (um es biblisch zu formulieren). Also vielleicht gleich morgen, nachdem sich gestern doch die Börsen »erholt« haben.Noch etwas: die Aufschläge der immer wieder mit Luft aufgeblasenen Balles »Wirtschaft« werden immer kürze. Eigentlich halbieren sie sich von Mal zu Mal.
1987 Junk-Bond-Krise, dann 13 Jahre bis
2000 Dot.com-Krise, dann 8 Jahre bis
2008 Subprime Krise, dann 3 Jahre
2011 StaatsschuldenkriseNaja, ich muß Ihnen rechtgeben: bis 2012 könnt’s schon dauern. Oder es ist halt jetzt bereits Schluß. Demnächst werden wir’s wissen …
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Martin October 14th, 2011 at 15:59
Das Intervall von Krise zu Krise hat sich mit jedem Mal um 5 Jahre verkürzt.
D.h. streng gesehen ist die nächste Krise in -2 Jahren.
Im Ernst: Im komplexen (chaotischen) Systemen ist nicht vorherzusehen, wann die nächste Krise passiert. Nur so, wie das Ganze vor sich hin dümpelt, schaut’s eigentlich aus, als würden wir erst gar nicht herauskommen.
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@Martin:
Das mit dem -2 Jahre ist weniger zum Schmunzeln als man meint …
De Facto haben wir seit 2 Jahren die Krise als Dauerzustand (nur die Systemmedienberichterstattung gaukelte uns 2010 sowas wie ein Konjunkturhoch vor).
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Martin October 16th, 2011 at 22:35
@LePenseur:
Ich wollte ursprünglich etwas ähnliches hinschreiben.
Dieses Gerangel, das man die letzten zwei Jahre so mitbekommt und egal, worum es sich konkret handelt, lässt auch mich darauf schließen, dass die Krise bereits Dauerzustand ist.
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Sascha October 12th, 2011 at 08:19