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Worüber ich diese Woche nicht geschrieben habe (KW 44)
Posted on November 6th, 2011 No commentsNatürlich sind auch diese Woche wieder einige Dinge passiert, zu denen ich eigene Blogeinträge hätte schreiben können, dies aber unterlassen habe — sei es aus Zeitmangel oder auch weil mich das Thema nicht ausreichend genug interessierte.
Dennoch will ich hier kurz zusammenfassen, über was ich hätte schreiben können, es jedoch unterlassen habe:
- Radfahr-Beauftragter: dazu fällt mir eigentlich nur “das ist Österreich” ein. In einer Zeit, in der es ratsam wäre, in der Verwaltung zu sparen, werden just neue Planstellen für Parteifreunde und Anverwandte geschaffen. Am Mittwoch, dem 1.11.2011 hat der von der grünen Vizebürgermeisterin Maria Vasilakou neu eingesetzte Radfahrbeauftragte Martin Blum seinen Dienst begonnen. Als Geschäftsführer der neu gegründeten Radfahragentur Wien GmbH wird er sich mit zwei (!) Mitarbeitern und 900.000,00 Euro Buget für Radfahreragenden auseinandersetzen. Ich denke mal, dass der Herr Blum als Geschäftsführer einer GmbH dementsprechend entlohnt wird. Schalen Beigeschmack hinterlässt auch die Tatsache, dass man sich offenbar das Stillschweigen der Schwarzen im Gemeinderat dadurch erkauft hat, dass die schwarze Ex-Bezirksrätin der Wieden, Susanne Reichard, ebenfalls einen Versorgungsposten in der Drahtesel-Agentur zugeteilt bekommen hat.
- Bildungsvolksbegehren: Fast unbeachtet vergleicht man es zu dem Tamtam im Frühjahr startete diese Woche auch das vom roten Exfinanzminister und Großindustriellen Hannes Androsch initiierte Bildungsvolksbegehren. Gleich vorweg: ich werde es nicht unterschreiben. Zu unprägnant die Forderungen, zu viel sozialistisches Utopia. Nur einige Forderungen herausgegriffen und kurz kommentiert:
- 40 % Abgänger eines Jahrgangs, Fachhochschulen sollen ihre Abgänger verdoppeln: anstelle von Qualität wird Quantität gefördert. Damit wir uns in Zukunft sicher sein können, dass die Billakassiererin ganz sicher eine Magistra ist. Die Fachhochschulen, die halbwegs noch Qualität hervorbringen, versucht man durch diese Forderung nach Masse kaputtzumachen.
- Faire Bedingungen für Migranten: ich habe das Privileg, mit mehreren Kollegen mit Migrationshintergrund zusammenzuarbeiten. Alle haben Hochschulniveau, allesamt ehemalige Flüchtligskinder der Jugoslawien- bzw. Kosovokonflikte der 1990er Jahre. Sie gehören zu den fleissigsten, intelligentesten und zielstrebigsten Software-Developern, mit denen ich je zusammengearbeitet habe. Ihr Erfolgsfaktor: Beherrschung der deutschen Sprache.
Wo also bitteschön ist die Benachteiligung. Ich sehe sie nicht.
Was die anderen Punkte angeht stellt sich nur die Frage: wer soll das bezahlen — besonders angesichts der Schuldenkrise. Vielleicht greift ja der Herr Androsch in sein Säckel? Aber es mag den geneigten Leser beruhigen, dass Karlheinz Hackl und Alfons Haider ihre Unterstützung für das Volskbegehren abgegeben haben…
- Und gleich noch ein Volksbegehren: diese Woche wurde bekanntgegeben, dass im Frühjahr 2012 ein Volksbegehren für mehr Steuergerechtigkeit und Bankenregulierung gestartet wird. Da der Initiator des Volksbegehrens ein Angehöriger des linken Parteiflügels der in seinem Brotjob für einen amerikanischen Managed-Futures-Fonds (!) tätig ist, erspare ich mir jeden weiteren Kommentar. Freundschaft!
- Beamtenlohnrunde: der schwarze Beamtengewerkschafter Neugebauer hat nicht nur die Erhöhung der Beamtengehälter auf höherem Niveau als die Metaller gefordert, er hat diese Forderung auch gleich mit der Drohung, für weitere fünf Jahre oberster Beamtenapparatschik anzutreten…
- Der verdiente Doktor: sehr zum missfallen diverser grüner Jakobiner wurde dem in die Brüsseler Endlagerstätte abgeschobenen Genossen EU-Kommisar Hahn von einer Kommission beschieden, dass er seinen Doktortitel behalten möge. Sogleich begannen diverse Fungi zu rotieren und warfen mit den üblichen Hasstiraden um sich. Diesen Pilzgewächsen sei ins Stammbuch geschrieben, dass manche Dinge nicht strafbar bzw. verboten sind, nur weil sie den eigenen, verwirrten Moralvorstellungen nicht entsprechen.
- Apropos Moralvorstellungen: die Genossen Hausbesetzer in der Lindengasse müssen das Gebäude räumen — unter der Prämisse natürlich, dass sich kein roter oder grüner Stadtpolitiker auf seine anarchistischen Wurzeln besinnt… Dem geneigten Leser will ich diesen Link auf ein Foto, vom Kurier zur Verfügung gestellt, nicht vorenthalten: http://kurier.at/mmedia/2011.10.28/1319786980_5.jpg — urteilen sie selbst.
Vermutlich hätte es noch hunderte andere Themen gegeben, über die es wert gewesen wäre, zu schreiben. Ich hoffe aber dennoch, dass ich mit dieser kleinen Auswahl ihren Geschmack getroffen habe.
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