• An die Frauen

    Posted on December 15th, 2011 Nattl 4 comments

    Ihr seid dumme Gänse! Ihr nennt euch emanzipiert und drängt euch selbst immer wieder in klassische Rollen hinein. Ihr beschwert euch über auseinanderklaffende Gehaltsscheren und wählt trotzdem die Teilzeitarbeit. Ihr jammert über mangelnde berufliche Aussichten und studiert trotzdem ständig wider besseren Wissens die falschen Studien. Ihr beschwert euch über böse Männernetzwerke und bekämpft doch jede mögliche Rivalin mit Zähnen und Klauen — es kann schließlich nur eine Königin geben. Ihr kämpft für den früheren Pensionsantritt für Frauen, da der ja sozial gerecht ist, obwohl ihr selbst zu großen Teilen nicht mehr in den Genuss desselben kommen werdet. Ihr glaubt allen ernstes daran, dass sich eure Chancen verbessern, wenn die deutsche Sprache durch gendergerechte Sprachkonstrukte wie das Binnen-I oder den Gender-gap verunstaltet wird. Ihr verachtet jene Frauen, die sich bewusst für Kinder und Familie entscheiden und werdet selbst panisch, wenn eure biologische Uhr auf fünf vor zwölf steht und ihr noch nicht geworfen habt. Wie Schwerbehinderte hofft ihr auf Quoten, damit eure Fehlentscheidungen trotzdem zu etwas Erfolg führen.

    Warum wählt ihr nicht anstelle des überlaufenen Studiums in Kommunikations- oder Sprachwissenschaften ein technisches? Warum wählt ihr ständig die gleichen wenigen Berufe als Traumjob aus, in der es den größten Konkurrenzdruck und somit die geringsten Aufstiegschancen gibt? Warum entscheidet ihr euch für die Teilzeitarbeit, wenn ihr euch dann gleich wieder über geringen Lohn beschwert?

    Ihr solidarisiert euch dafür, dass einige wenige von euch früher in Pension gehen dürfen. Falls ihr es noch nicht verstanden habt: zwischen 2024 und 2033 wird das Antrittsalter für Frauen an das der Männer angepasst. Das bedeutet, dass alle Frauen, die nach 1968 geboren wurden, sowieso mit erst mit 65 in Pension gehen dürfen. D.h. alle die jünger als 43 sind, haben sowieso schon den Scherben auf. Die anderen dürfen früher in Pension, allerdings aufgrund von weniger Durchrechnungsjahren auch mit geringerer Pension. Vermutlich, um danach gleich wieder darüber zu jammern, dass die Rente so niedrig ist.

    Warum ihr nach wie vor glaubt, dass Quoten euch wirkliche Vorteile verschaffen, erschließt sich mir nicht. Denn dadurch werdet ihr niemals aufgrund eures Könnens und eurer Leistung Ankerkennung bekommen, sondern anstelle dessen hinter der vorgehaltenen Hand als Quotenfrauen verachtet. Dabei untergrabt ihr aber gleichzeitig auch die Leistungen jener Frauen, die es aus eigener Kraft zu etwas gebracht haben. Aber die verachtet ihr ja sowieso.

    In meiner beruflichen Karriere habe ich immer wieder nach diesen angeblichen großen Nachteilen Ausschau gehalten — und nach den bösen Männernnetzwerken, die mich mit allen Mitteln bekämpfen und am Fortkommen hindern wollen. Mit den Männern bin ich stets gut ausgekommen, ich habe auch stets immer gleich viel, oft sogar mehr als meine männlichen Kollegen verdient — in der Privatwirtschaft wohlgemerkt. Unbehaglich beäugt wurde ich stets von anderen Frauen. Warum? In der Wirtschaft zählt letztendlich die Leistung, der Bekanntenkreis (auch Netzwerk genannt) und der Ruf, den man sich erarbeitet hat. Das Geschlecht ist, wie so viele andere Dinge, eher nebensächlich. Auch wenn euch anderes erzählt wird.

    Auch die gendergerechte Schreibweise wird euch nicht die notwendige Anerkennung bringen. Ich erinnere mich immer mit einem Schmunzeln daran, wie mir ein schwuler Mann verbissen erklärte, warum die Frauen durch das Binnen-I irgendwann zu mehr Rechten kommen würden. Das Gegenteil ist der Fall! Jeder ist von der Verballhornung der Sprache nur mehr genervt — Texte werden durch die gegenderte Schreibweise zunehmend unlesbar.

    Schlägt man die durchschnittliche Frauenzeitschrift auf und vergleicht diese mit der durchschnittlichen Frauenzeitschrift vor zwanzig Jahren, so stellt man fest, dass der gleiche Schwachsinn drinnen steht. Der einzige Unterschied ist, dass heutzutage über Sexualität offen geredet wird. Nein, vielmehr wird alles irgendwie aus einer sexuellen Weise betrachtet. Faszinierend, wenn erwachsene Frauen wie pubertierende 14jährige alles mit dem Einen in Verbindung bringen müssen. Doch trotz aller Sexualität setzt ihr weniger Kinder in die Welt. Denn das hindert euch an der Selbstverwirklichung.

    Einmal im Jahr gibt es dann den Frauentag, da erinnert ihr euch alle daran, dass wieder ein Jahr vergangen ist und ihr wieder nichts getan habt, etwas an eurer jämmerlichen Situation zu ändern.

    Ihr könnt mich für diesen Blogeintrag hassen, ihr könnt mich dafür verachten, mich als Mitläuferin einer patriarchischen Gesellschaftsstruktur beschimpfen — es wird nichts ändern. Hört endlich auf zu jammern und stellt euch auf eigene Beine! Letztendlich müsst ihr Entscheiden, ob ihr Prinzessin oder Kriegerin sein wollt — beides geht selten bis gar nicht. Und eine Prinzessin wird durch eine Quote auch nicht zur Kriegerin… Hört auf, euch von frustrierten alten Weibern und Frauenverstehern um eure Zukunft bringen zu lassen. Macht endlich was!

    Wie recht ich habe mit meinen Aussagen liege, seht ihr daran, wer diesen Blogeintrag kommentiert…

     

    4 responses to “An die Frauen” RSS icon

    • Weitgehende Zustimmung. Ich habe schon vor einem halben Jahr ähnliches (nicht ganz so polemisch) auf meinem Blog aus männlicher Sicht geschrieben: http://rokory.wordpress.com/2011/03/08/100-jahre-frauentag-die-hurden-zur-gleichberechtigung/

      Ein paar Anmerkungen:

      Sprachwissenschaft ist meines Wissens nach kein überlaufenes Studium. Aber es stimmt, dass die Berufsaussichten bescheiden sind (meine Frau ist Sprachwissenschafterin). Das gilt übrigens für fast alle geisteswissenschaftlichen Studien. Ein Grund dafür ist aber auch die chaotische Wissenschaftsförderung in Österreich.

      Dass Frauen bei gleicher Qualifikation oft (nicht immer!) benachteiligt werden, ist leider auch ein Faktum. Es mag sein, dass du noch nie in solchen Firmen gearbeitet hast. Teilweise sind die Frauen aber auch selbst schuld daran. Sie werden systematisch degradiert und lassen das leider meist auch unwidersprochen zu. Beispiel: Da gibt es bei den meisten Firmen diese coolen Nespresso-Maschinen in den Besprechungsräumen. Nicht selten müssen trotzdem Frauen für die werten Herren damit Kaffee machen, obwohl das jetzt nicht wirklich die große Herausforderung ist. Und wenn ich nach der Besprechung mein Häferl nehme und es wegräumen will, sagt in den meisten Fällen irgendeine Frau “ach, lassen Sie es einfach stehen, ich räume es nachher weg.” So degradieren sich die Frauen selbst.

      Aber wehe, die Frauen wehren sich dagegen: Eine Bekannte mit Doktorats-Studium in Japan wurde als Projektmanagerin bei einem Staatsunternehmen angestellt. Sie hat sich von Anfang an gegen diese Mechanismen gewehrt. Resultat: Bisher wurde ihr (nach über einem Jahr) noch kein einziges Projekt zugeteilt. Sie sitzt ihre Zeit mit Zeitung lesen, Internet surfen usw. ab. Und nein, sie ist damit nicht zufrieden und schaut sich schon nach anderen Jobs um.

    • Aber liebe Nattl,

      das stimmt doch alles gar nicht. Jeder Mann in meinem Umfeld verdient mehr als seine Freundin/ Frau weil er ein Pumpfi hat. Nicht etwa weil er Überstunden macht, sich weiterbildet und nötigenfalls seine Konkurrenz mal geschwind in die Nüsse tritt;)

      Aber jetzt im Ernst. In meiner Branche wird nach Leistung bezahlt. Da ist es egal welchen Chromosomensatz Er/Sie/Es hat.

      Ich kann das Gejammer der Damen nicht mehr hören. Sie müssen nicht zum BH oder Zivildienst, sie wollen am liebsten alle Teilzeit arbeiten, Kinder wollen´s auch keine kriegen weil das ja die Figur versaut bzw. sonst welche edlen Teile ausleiert und überhaupt das Leben versaut.

      Und also Krönung würden´s gerne früher in Pension gehen?! net bös sein, auf was hinauf?

    • Ich hatte in meinem beruflichen Umfeld mit Kollegen und Chefs beiderlei Geschlechts zu tun und kann nur betonen: Es war mir sowas von wurscht! Die guten Chefs und Kollegen waren gut, die schlechten schlecht und die XX-Fraktion war grosso modo eher bei den ersteren als bei den letzteren.

      LG,
      Tom

    • Dich für diesen Blogeintrag hassen? Im Gegenteil! Da kann ich nur unterschreiben! Grüße von einer Kind und Karriere Frau, Hannah.


    Leave a reply