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Der Totengräber der Nation trägt schwarz
Posted on December 15th, 2011 5 commentsEs mag stimmen, dass dieser Tage die Umverteiler, Schuldenmacher und Inserierer dem Land den Todesstoß verpassen. Der Totengräber, der die Nation letztendlich zu Grabe trägt, ist die ÖVP. Ihres bürgerlichen Profils schon längere Zeit verlustig geworden versucht sie sich als eine gemäßigte sozialistische Partei zu etablieren, wie auch Franz Schellhorn in der Presse so treffend analysierte.
Jeder Schwachsinn der letzten Jahre, den diese Regierung verbrochen hat, wurde letztendlich mit den Stimmen der ÖVP zur Wirklichkeit. Egal ob Milliarden und Abermilliarden beim Fenster hinausgeworfen werden oder ob eine gegenderte Version der Bundesymne geschaffen wurde — überall hat die Volkspartei mit einem Jauchzen die einstmaligen Grundsätze über Bord geworfen nur um etwas Liebe von linksgerichteten Medien zu erheischen.
Dabei ist von allen im Parlament vertretenen Parteien wohl die Volkspartei jene Partei, die am meisten für den derzeitigen Zustand des Landes verantwortlich gemacht werden kann, ist sie doch die letzten 25 Jahre ohne Unterbrechung an der Regierung beteiligt gewesen. Ich habe bereits im Frühjahr geschrieben, dass die ÖVP nur mehr Partei ist, die Partikularinteressen vertritt und die Pfründe weniger Gruppen sichert. Sie ist eine Interessenvertretung der Bauern, der Beamtenschaft und der betuchtenPensionisten aus den Nobelbezirken Wiens. Warum sich Unternehmer noch von der Volkspartei vertreten lassen, vermag ich nicht zu verstehen.
Ich habe diese Meinung auch den wenigen ÖVP-Politikern kundgetan, die sich dazu herabgelassen haben, überhaupt mit mir zu sprechen. Allerdings ohne viel Erfolg. Nein, es scheint sogar, dass es ihnen im Grunde ihres Herzens sogar bewusst ist, dass der Zeitpunkt, an dem die Volkspartei in die Bedeutungslosigkeit abgleitet, nicht mehr allzufern ist. Allerdings versucht man diesen Punkt so lange wie möglich hinauszuzögern um die eigenen Funktionäre noch möglichst lange an den Futtertrögen zu belassen.
Soll heißen, dass bei den nächsten Nationalratswahlen die Volkspartei möglicherweise noch ein paar Prozentpunkte verlieren wird, allerdings wird man die Regierungsbeteiligung erneut retten, indem man eine Kleinpartei (vermutlich die Grünen) zum mitregieren einlädt. Spätestens am Ende der nächsten Legislaturperiode wird dann aber der Punkt gekommen sein, wo man selbst zur Kleinpartei verkommen ist. Die FPÖ wird dann vermutlich so viele Stimmen haben, dass ein HC Strache eine Alleinregierung bilden kann. Für die Schwarzen wird es dann aber zu spät sein, zumal sie in ihren Kadern zwar viele Apparatschiks aber keine genialen Taktiker vom Kaliber eines Wolfgang Schüssels mehr haben.
Was die Volkspartei wirklich bräuchte wäre aber eine Verjüngungskur in der Opposition. Fünfundzwanzig Jahre Regierungsbeteiligung sind zu viel. Die Schwarzen sollten am Besten für zwei Legislaturperioden die Oppositionsbank drücken und der Natur ihren Lauf lassen… Das würde der Partei eine ordentliche Frischzellenkur ermöglichen.
Das wird aber freilich nicht passieren und so werden wir in nicht all zu ferner Zukunft das Ende der Volkspartei als große Partei erleben. Vielleicht steht ihr sogar ein ähnliches Schicksal wie den Freiheitlichen in Deutschland bevor: Absturz in die Bedeutungslosigkeit.
Es stellt sich allemal die Frage, wo denn die ganzen bürgerlichen Wähler ihr Zuhause finden sollen? Denn ein Wechsel vom Schwarz- zum Weißwähler kann ja nicht der Weisheit letzter Schluß sein, oder?
5 responses to “Der Totengräber der Nation trägt schwarz”

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Solange sich die bürgerlichen Wähler vor diesem Schritt – dem gar schröcklichen Weißwählen – scheuen, kann die ÖVP auch noch zwei Legislaturperioden vor sich hinkränkeln, vielleicht sogar drei. Und das Land der Hämmer kann auch weiterhin still und leise vor sich hin hämmern wie bisher.
Und, vorausgesetzt niemand macht eine Dummheit und führt das Mehrheitswahlrecht ein, dann wird auch der HC für den Anfang eine Koalition brauchen. Der Platz an den Trögen wird also schmaler, aber zumindest ein bisschen was fällt auch noch weiterhin ab. -
Will ich nicht ausschließen – ändert aber nichts. Für die SPÖ gilt nahezu wortgleich dasselbe wie für die ÖVP, nur den Kram über Bauern und Unternehmer muss man ersetzen durch irgendwas über Arbeiter und Niedrigverdiener.
Angst vor Rot-Blau rettet Schwarz jedenfalls genausowenig wie Angst vor Schwarz-Blau die Roten am Leben erhalten wird.
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Ich teile nicht die Ansicht, dass allzuviele Wähler ins weiße abgleiten, sondern rechne vielmehr mit einer massiven Abwanderung von Scharzen wie Roten zu den Blauen. Und wenn das die einzige Möglichkeit ist (und das ist sie offenbar) diese fatale schwarz/rote Koalition endgültig zu beenden, dann soll es mir recht sein.
Die Angst vor HC Strache ist unbegründet im Verhältnis zu dem, was uns droht wenn diese Regierung noch eine Legislaturperiode politisch weiteratmet. Diese Angst vor Strache ist ungefähr so als würde sich jemand, der im Haifischbecken schwimmt vor dem Ertrinken fürchten.
Ich persönlich verachte Nationalismus und habe mit blauen Burschenschaftern nichts am Hut. Aber glaubt ihr ernsthaft, dass Strache um so viel blöder, naiver oder unfähiger ist als Faymann? Geht das denn? Oder ist Cap und Matznetter vielleicht so viel smarter und weltoffener wie Kickl. Was kann man denn realistischerweise dem Volk schlimmeres antun als es kontinuierlich zu enteignen? Es gibt nichts, was schlimmer ist für Österreich als die SPÖ. Und es gibt auch nichts, das so korrupt ist, dass es Österreich in nackten Zahlen ähnlich schaden könnte wie diese große Koalition. Der mittlerweile jahrzehntelange Kauf von Wählerstimmen mit dem Geld anderer Leute wurde in der Nachkriegsgeschichte nur einmal unterbrochen – und zwar durch schwarz/blau. Davor und danach war immer alles gleich falsch, blöderweise wirds jetzt erst richtig brenzlig, weil das Geld anderer Leute zuneige geht bzw. sich die nicht mehr länger schröpfen lassen. Daher: Habt keine Angst vor Wahlen. Es kann nur besser werden.
Übrigens: Eine Koalition aus FPÖ und SPÖ halte ich für sehr sehr unwahrscheinlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die SPÖ eine solche Koalition überleben würde. Deren linke Fundis würden sich lieber selbst rituell umbringen bevor sie einen Pakt mit Strache eingehen. Damit wird die FPÖ zur einzig wählbaren Partei für all jene, die unter allen Umständen eine SPÖ-Regierungsbeteiligung ausschließen wollen.
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Sascha December 15th, 2011 at 17:06
Also ich persönlich habe bereits mehrere Wetten laufen , dass die SPÖ eine Koalition mit der FPÖ eingehen wird. Ev. über den Umweg einer Minderheitsregierung von FPÖ´s Gnaden, bis sich der leicht üble Geruch am internationalen Parkett etwas verzogen hat.
Bedenken auf Seiten der SPÖ orte ich keine. Hat sich doch schon Bruno Kreisky ungeniert mit aktiven SS-Schergen ins Koalitionsbett gelegt.
Die Sozen halten das aus;)
lg
Sascha
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ahabicher December 15th, 2011 at 12:32