• Wo genau liegt jetzt der Unterschied zu Nordkorea?

    Posted on December 23rd, 2011 Nattl 7 comments

    Rechtzeitig zum Weihnachtsfest wurde heute bekanntgegeben, dass Niko Pelinka der Büroleiter von ORF-General Wrabetz wird. Ich weiß ja nicht, wie es ihnen geht, aber ich fühle mich da automatisch an autoritäre Regimes wie jenes in Nordkorea, in Myamar, in Belarus oder in jeder x-beliebigen Bananenrepublik erinnert. Oder an praktisch jedes, dieses Jahr im Zuge des arabischen Frühlings untergegangene Regime in Nordafrika und im nahen Osten.

    Diese Regimes haben die Angewohnheit, Verwandte, Verschwägerte und gute Freunde in Spitzenpositionen zu hieven, ungeachtet von deren Befähigung für diese Position. Was derartige Personalentscheidungen über die politische Kultur eines Landes aussagen braucht wohl kaum näher erläutert zu werden: selbsternannte Eliten, die an die Macht gekommen sind, um sich parasitär an der Leistung der Gesellschaft zu laben.

    Es sind kaum mehr als zwei Wochen seit der Wutbürger-Rede von Roland Düringer vergangen und schon erlauben sich die “politischen Eliten” in unserem Lande den nächsten Fauxpas, indem sie den Sohn aus einer wohlbekannten Apparatschik-Familie, der auch noch Fädenzieher in einer Regierungspartei und Busenfreund von deren Bundesgeschäftsführerin ist, zur rechten Hand des Generaldirektors des staatlichen Rundfunks machen. Eine derartige Chuzpe bedarf schon außerordentlichen Mutes — oder aber außerordentlicher Dummheit.

    Derartige Handlungen durchzuführen trotz eines mittlerweile schon deutlich vernehmbaren Raunens in der Bevölkerung bestätigt die Befürchtung: es ist ihnen mittlerweile wurscht, was wir, die Wähler, denken! Schlimmer als mit solchen Aktionen kann man seine Verachtung für den Souverän gar nicht mehr ausdrücken. Und das Schlimme ist: sie kommen durch damit.

    An dieser Stelle will ich Ihnen, lieber Leser, nur mehr folgende Frage stellen: wo genau liegt denn jetzt eigentlich der Unterschied zwischen Österreich und Nordkorea?

     

     

     

    7 responses to “Wo genau liegt jetzt der Unterschied zu Nordkorea?” RSS icon

    • das du das sagen kannst, ohne zu verschwinden. ;)

    • … es ist ihnen mittlerweile wurscht, was wir, die Wähler, denken!

      Das kann ihnen solange wurscht sein, als die SPÖVP (bei der das »VP« eh nur das abnickende Anhängsel ist) durch Einbeziehung der sich andienenden GrünInnen zu einem »Trio infernale« erweiterbar ist, das Österreich dann endgültig üb er den Jordan schickt.

      Da die Orangen ohnehin längst Polit-Zombies sind, die (auch mit Nattls Stimme für Petzl) die nächsten Wahlen kaum überleben werden, und die »Effen« in ihrer Geilheit nach einem Regierungssitz sicher auch handzahm gemacht werden können, bleibt für den Wähler eigentlich nur die Hoffnung auf einen hochselektiv treffsicheren Meteoritenschwarm, der zeitgleich Parlament, Ballhausplatz, Amalientrakt, diverse Ministerien, die Partei- und ÖGB-Zentralen, Wirtschaftskammer & Co. zu8 kleinen Kratern umpflügt. Ein paar Streumeteore auf die Landesregierungen und großen Rathäuser.

      Dann hätte Figl postum endlich recht mit seinem »Österreich ist frei!« … (huuuu, das ist jetzt aber menschenverachtend! Pfui!)

    • Also ich denke, dass der Unterschied zwischen Österreichern und Nordkoreanern ein ganz einfacher ist:
      Würde unser “Führer” den Löffel abgeben, würde keiner um ihn Trauern und Weinen :)

      Und der Unterschied zwischen Österreichern und den Arabern:
      Wir sind einfach zu dumm für einen organisierten Aufstand :(

    • Was soll man als aussterbende Spezies der Leistungsträger dazu noch sagen, bzw. wie soll man auf so etwas reagieren?

      Weiss jemand wie das rechtlich ausschaut wenn man seinen ORFloch Anschluss kündigen möchte?

      Knapp 5.000,. Schilling (echtes Geld) kostet der Rotfunk ja mittlerweile. Dafür bekommt man dann aber auch an ausgewählten Abenden Fussball auf ORFloch 1 und “wenn die Musi spiel” auf ORFloch 2.

      Ehrlich, ich bin für sachdienliche Hinweise wirklich sehr dankbar.
      lg
      Sascha

    • Liebe Nattl,

      in Nordkorea wärst Du samt Deiner Familie schon lange im Arbeitslager “verschwunden”. Da sind wir in Österreich (noch) meilenweit entfernt.

      Selbstverständlich ist es unserer politischen Elite wurscht, was wir, das gemeine Volk, denken. Warum auch nicht? Die rotschwarzen Steckerlwähler werden zwar weniger, für mehr als 50% reicht’s aber allemal. Die andersfarbigen Parteien stehen im Notfall eh bereit, gegen entsprechende Pfründe einzuspringen. Und Herr und Frau Österreicher wählen sowieso keine ehrlichen Politiker (ein Oxymoron, ich weiß), weil die ihnen von der medialen Seite her völlig unbekannt sind.

      Einen guten Rutsch wünsche ich,
      Tomj


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