• Asylanten sollen arbeiten!

    Posted on January 9th, 2012 Nattl 3 comments

    In regelmäßigen Abständen wird das Thema Asyl und Asylpolitik von den Medien in den Mittelpunkt gerückt und durchdiskutiert, um dann wieder für ein paar Wochen aus der öffentliche Aufmerksamkeit zu verschwinden.

    Man könnte jetzt lang und breit die Tatsache beleuchten, dass es sich in den meisten Fällen nicht um richtiges Asyl (also um den Schutz und die temporäre Aufnahme Verfolgter) handelt, sondern um Immigration über den Umweg der Asylpolitik. Aber das ist nicht das Thema

    Das Thema ist die äußerst schwachsinnige Art und Weise, mit der in der Regel von der Republik mit weitgehend gesunden Menschen umgeht, die um Asyl angesucht haben: elendslange, oft Jahre andauernde Asylverfahren, Arbeitsverbot und die Stigmatisierung, ohnedies nur unlautere Gründe für sein Hiersein zu haben.

    Der Alltag ist öd, man hängt herum — jeder der diese elendslangen Wartezeiten auf einen Anschlussflug kennt, weiß, von was ich spreche. Und nun stelle man sich vor, dieses Warten ist nicht ein paar Stunden, sondern ein paar Jahre — mit ungewissem Ausgang.

    Vierzig Euro bekommt ein Asylant zum persönlichen Bedarf im Monat. Der Rest wird ihm ja von der öffentlichen Hand und von NGOs zur Verfügung gestellt. Jemand, der nach Europa kam, um sich den Traum vom Leben im Paradies zu erfüllen, hängt in einem Heim herum und kann sich nicht einmal ein Packerl Zigaretten leisten.

    Dass da so mancher auf die schiefe Bahn gerät, liegt eigentlich auf der Hand. Aber mal ehrlich, glauben Sie wirklich, dass beispielsweise der Einwanderer aus Afrika vor seiner Abreise gesagt hat “wann ich in Österreich bin, werde ich Drogendealer”?

    Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es daher absolut schwachsinnig, Menschen für Jahre vom Arbeitsmarkt fernzuhalten, sie aus Steuergeldern durchzufüttern (Nahrung, Unterkunft, medizinische Betreuung, juristische Betreuung), dabei zu riskieren, dass sie in die Illegalität abtriften und kriminell werden und sie dann im Extremfall wieder auszuweisen. Es gibt wenig andere Arten, Geld noch sinnloser zu verbrennen. Und wie kommen wir dazu, seinen solchen Unsinn mit unseren Steuergeldern zu bezahlen?

    Asylanten sollte daher ab dem ersten Tag, den sie hier sind, über eine Arbeitserlaubnis verfügen. Denn Arbeit wäre ja in Wirklichkeit genug vorhanden — aber diverse Interessensvertretungen (Gewerkschaften, teilweise auch so manche NGOs) sind nicht im geringsten daran interessiert, dass die Asylanten wirklich etwas sinnvolles machen können. Sonst könnte man als Berufsweltverbesserer doch seinen eigennützigen, verlogenen altruistischen Neigungen nicht nachkommen.

    Aber ich würde noch weitergehen: mit dem verdienten Geld sollen die Asylaspiranten für sämtliche Dinge, die sie benötigen, selbst aufkommen. Abgesehen von den Grundbedürfnissen wie Unterkunft und Nahrung gehören dazu auch Ausbildungskosten beispielsweise für Sprachkurse, berufliche Ausbildung und andere Dinge.

    So ein Modell hat meherere Vorteile:

    1. es steigert das Selbstwertgefühl (selbstverdientes Geld)
    2. macht die Leute unabhängiger
    3. erlaubt ihnen, den Asylprozess würdevoll durchzustehen
    4. fördert die Integration
    5. hält Leute vom Abtriften in die Kriminalität ab
    6. schont die öffentlichen Ausgaben für Asylpolitik (Einsparungen)
    7. trennt die Spreu vom Weizen: man sieht sofort, wer will und wer nicht will

    Am Ende von einen Asylverfahren hat man dann also Leute, die bereits bestens integriert sind — und selbst wenn das Verfahren nicht positiv war, hat man die Menschen dennoch nicht entwürdigt und sie haben etwas gelernt (Sprache, Beruf, etc.) Und das Ganze noch ganz günstig…

    Natürlich bleibt so ein Vorschlag ein frommer Wunsch, denn in diesem Land wird es etwas derartiges sicherlich nicht geben. Denn die einen brauchen die Asylanten als Feindbild, die anderen als Zwangsopfer. Ich freue mich auf böse, geifernde Kommentare von rechts und links.

     

    3 responses to “Asylanten sollen arbeiten!” RSS icon

    • Ist ein ganz guter Ansatz. Allerdings sollte ein Asylverfahren maximal 6 Monate dauern dürfen. Das wäre für alle Beteiligten fair.
      So es sich um reine Immigration handelt muss man eben nach Bedarf entscheiden.

      Derzeit passieren jedenfalls auf dem Gebiet viele Dinge über deren Sinn man sich gelinde gesagt nur wundern kann. Prinzipiell bin aber auch ich davon überzeugt, dass jene jungen und gesunden Männer aus Afrika die derzeit ihr Geld mit Drogen verdienen durchaus lieber hart und ehrlich arbeiten würden.

      By the way, die derzeitige Rechtslage für Frauen aus Afrika sieht so aus, dass die einzige Tätigkeit welcher sie legal nachgehen dürfen die Prostitution ist.
      Ich würde gerne glauben, dass dies Zufall ist:/

      lg
      Sascha

    • Prinzipiell gute Idee, wird nur leider nie verwirklicht werden – weil da haben alle was zu sagen dazu, aus welcher politischen richtung auch immer:
      Aus der linken Ecke wirds “Zwangsarbeit”-Zurufe geben (vA wenn die Asylanten sich mit den Einkünften völlig selbst erhalten müssen und keinerlei staatliche Hilfe mehr kriegen). Auch dein letzter Punkt “man sieht sofort, wer will und wer nicht will” stimmt zwar, wird aber aus dieser Richtung ebenso für Diskussionen sorgen.
      Und aus der rechten Ecke kommt sicher das Argument, dass uns die pöhsen Asylanten die Jobs wegnehmen (obwohl das sicher Jobs sein werden, die von uns Einheimischen eh kana machen wollte).
      Daher: schön wärs, es wird aber so gschissen bleiben wie es derzeit gelöst ist.

    • Ich glaube, man bräuchte nicht einmal einen Zwang zur Arbeit ausüben. Wer will schon mit nur 40 Euro im Monat leben? Das klingt für die Asylwerber am Anfang viel, wenn sie aber merken, was die Sachen in Österreich kosten, kommt recht schnell die Ernüchterung.

      Die automatische Arbeitserlaubnis für Asylwerber ist übrigens eine langjährige Forderung der linkslinken Gutmenschen-Fraktion rund um Asyl in Not, Caritas, Volkshilfe usw., also gar keine so “böse” Forderung. Im Grunde ist das Recht zu arbeiten und für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen ein Menschenrecht.

      Es stimmt aber, dass hier vor allem die Gewerkschaften dagegen sind. Und ich glaube auch, dass das nicht ganz unbegründet ist.

      Kleines Planspiel gefällig? Wir geben jedem Asylwerber vom 1. Tag an eine automatische Arbeitserlaubnis. Was würde wohl passieren? Sobald sich das in den Herkunftsländern herumgesprochen hat, würden wir eine nie dagewesene Asylwerberwelle erleben. Die Aussicht, 6 Monate in Österreich arbeiten zu können, würde viele locken, egal ob sie Asylgründe haben oder nicht.

      Die Betriebe würden sich die Hände reiben, hätten sie doch Zugriff auf eine fast unendliche Zahl an billigsten Arbeitskräften, die kaum Ansprüche stellen können. Arbeitsrecht wäre sowas von egal, denn spätestens nach 6 Monaten ist der Asylwerber eh wieder abgeschoben und kann höchstens beim Salzamt klagen. Die komplizierten Genehmigungsverfahren für Saisonarbeitskräfte kann man sich auch gleich sparen. Leidtragende wären sowohl Ausländer, die seit Jahren legal in Österreich leben und arbeiten, als auch minder qualifizierte Inländer. Nicht zuletzt würde wohl auch die Lehrlingsausbildung noch unattraktiver werden.

      Politisch profitieren würden davon wieder die rechten Hetzer. Denn die Einwandererwelle würde über uns hinweg donnern, dass uns Hören und Sehen vergeht.

      Ich bin grundsätzlich sehr dafür, dass Asylwerber arbeiten dürfen, alleine schon aus menschenrechtlichen Gründen. Aber die Missbrauchsmöglichkeiten erschrecken mich. Hast du einen Vorschlag, wie man diesen gordischen Knoten lösen könnte?


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