• Kirchensteuer für alle ist doch toll

    Posted on January 7th, 2012 Nattl 3 comments

    Im Grunde genommen ist mir die derzeitige Aufregung über den Vorschlag des oberösterreichischen Bauernbundobmanns Max Hiegelsberger, der offen über eine “Kirchensteuer für alle” nachdenkt, unverständlich. Schließlich und endlich reiht er sich in eine mittlerweile bereits unüberschaubar gewordene Anzahl von ähnlichen Forderungen beziehungsweise bereits schon seit langer Zeit real existierenden Steuern und Abgaben ein.

    Wer bedingungsloses Grundeinkommen für alle, gleich ob sie etwas leisten wollen oder nicht, fordert, schlägt in die selbe Kerbe. Wer gratis Universitätsausbildung für alle fordert, ebenso. Oder eine Zwangsabgabe für das sozialistische Staatsfernsehen. Jeder, der es als richtig empfindet, wenn Eigentum des einen weggenommen wird, um es anderen zu geben, und dies “soziale Gerechtigkeit” nennt, gehört dazu. Warum also gerade hier die Aufregung so groß ist, wenn es um die Kirchensteuer geht, ist unlogisch.

    Derlei Ideen könnte man ja bis zur Perversion weiterspinnen. So könnte man beispielsweise eine Tabaksteuer für alle einheben (fürs Passivrauchen), eine Fleischesser-Steuer für Vegetarier und Veganer (da sie prinzipiell die Möglichkeit haben, Fleisch zu essen, auch wenn sie dies nicht tun), eine Alkoholsteuer für Antialkoholiker und so weiter und so fort.

    Man sieht also, der Fantasie sind hierbei keinerlei Grenzen gesetzt. Und wenn es darum geht, den Traum vom sozialistischen Utopia weiter aufrecht zu erhalten, dann rücken eventuell auch derlei abwegige Ideen in den Bereich des Möglichen.

    Freilich sind derlei Forderungen die irren Forderungen einer politischen Kaste, die selbst nie in der Versuchung war, im Schweiße ihres Angesichts jemals irgend etwas zu produzieren. Ich würde gerne schreiben, dass sie es verlernt oder vergessen zu haben, etwas zu leisten. Die Wahrheit ist aber vielmehr, dass sie selbst nie derartiges erlebt haben. Aus ihrem eigenen Unvermögen und vermutlich auch aus einem unterschwelligen Hass den produktiv tätigen Menschen gegenüber ist das einzige, zu dem sie fähig sind, nach “sozialer” Gerechtigkeit und Steuern zu verlangen. Denn allesamt sind es Leute, die von Steuergeld und Zwangsabgaben bezahlt werden, sei es von Bund, Ländern, Gemeinden, Kammern und anderen Institutionen, welche derlei Forderungen stellen.

    Die Unverfrorenheit, mit der solche Forderungen gestellt und dann vermutlich auch noch durchgesetzt werden, beweist die Verachtung und den Hohn, den die politisch Verantwortlichen in diesem Land für uns übrig haben, ist doch der Grundtenor: egal was ihr denkt, wir machen was wir wollen, weil wir’s können…

    Letztendlich hat die Volkspartei mit dieser Aussage einmal mehr bewiesen, dass sie mitnichten eine konservative Partei ist, sondern nur die andere Seite einer sozialistischen Zentralpartei, deren andere Seite die SPÖ ist. Ob das langfristig gesehen eine zukunftssicheres Modell ist, ist fraglich.

     

    3 responses to “Kirchensteuer für alle ist doch toll” RSS icon

    • Am 4. d. M. war der Vorschlag für dich noch das Ergebnis sylvestrigen Restalkohols.
      Deine damalige Analyse schien mir plausibler …

    • @Christian ich finde Leute, die kommentieren, bevor sie einen Blogpost zur Gänze gelesen und auch verstanden haben, ziemlich dumm. Mehr gibts dazu nicht zu sagen.

    • Ich glaub das Problem ist weniger der Restalkohol als viel mehr die Dauerfetten der handelnden Akteure;)

      Was diesen Apparatschiks fehlt ist der Respekt vor dem Eigentum anderer Leute. Wer sich sein Gehalt selbst beschliessen und demnach stets auf jenes Level erhöhen kann der ihm “angemessen” erscheint, kann sich in normal arbeitende Menschen nicht mehr reinversetzen.

      Ein Leopold Figl wusste seinerzeit noch was Not, Entbehrung und harte Arbeit ist. Er lernte dies unter Umständen kennen die ich selbstverständlich niemandem zumuten möchte. Schliesslich saß er er im KZ. Als er in seiner berühmten Weihnachtsansprache im Radio seinen Landsleuten Mut und Vertrauen in die Zukunft Österreichs zusprach war er authentisch.

      Schaut man sich die Politiker heutzutage an und vergleicht sie mit den Protagonisten der Nachkriegsgeneration möchte man sich bloss noch in ein Winkerl setzen und weinend auf den Untergang warten;)

      lg
      Sascha


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