• SPÖ-Konzept für höhere Altersarbeitslosikeit

    Posted on January 15th, 2012 Nattl 5 comments

    Auf die Zunge könnte ich mir beißen, als ich letztens in einem Gespräch mit einem guten Freund meinte, dass es auch ein paar vernünftige Sozialisten gibt und dabei unter anderem die Salzburger Landeshauptmänn_in Gabi Burgstaller aufzählte. Nur wenige Tage später hat diese jedoch mit einer Aussage aufhorchen lassen, die meine halbwegs gute Meinung über sie Lügen strafte.

    Frau Burgstaller meint nämlich, dass es gut wäre, würde ein Kündigungsverbot für ältere Arbeitnehmer eingeführt. Unternehmen, die ihre älteren Arbeitnehmer jetzt ein paar Jahre vor der Pension auf die Straße setzen würden, könnten mithilfe einer derartigen Regelung länger im Erwerbsleben gehalten werden. Burgstaller sieht die Altersgrenze, ab der das Kündigungsverbot gilt, bei 55 Jahren.

    Das bedeutet, dass Unternehmen gezwungen werden sollen, Mitarbeiter für bis zu 10 Jahre im Unternehmen zu behalten, egal, ob diese noch entsprechend leistungsfähig sind oder nicht. Wer eins und eins zusammenzählen kann, der weiß, dass jene Unternehmen, die ältere Dienstnehmer freisetzen, dann einfach das Kündigungsalter für diese einfach auf 54 hinuntersetzen werden. Und diese freigesetzten Mitarbeiter werden dann eine 100% Garantie haben, bis zu ihrer Pensionierung sicherlich NIE wieder einen Job zu bekommen, da natürlich niemand einen Mitarbeiter einstellen wird, der den Vorteil eines zehnjährigen Kündigungsverbotes hat.

    Somit bedeutet dieser “geniale” Vorschlag von Frau Burgstaller, dass Arbeitnehmer nicht länger im Erwerbsleben gehalten werden, sondern noch früher dem Sozialsystem auf der Tasche liegen. Anhand der Tatsache, dass in den nächsten Jahren das tatsächliche Pensionsantrittsalter nun tatsächlich auf 65 angepasst wird, bedeutet dies eine erhebliche Mehrbelastung.

    Anstelle dass man versucht, Firmen Anreize zu geben, Arbeitnehmer länger zu beschäftigen (beispielsweise durch steuerliche Vorteile), schlägt man Zwangsmaßnahmen vor, welche die aktuelle Situation nur noch schlimmer machen würden.

    Frau Burgstaller gehört sicherlich zu den fähigeren und intelligenteren Vertretern ihrer Gesinnungsgenossenschaft. In Anbetracht solcher nichtdurchdachter Vorschläge sieht man jedoch, wie schlimm es um die Sozialisten tatsächlich bestellt ist…

     

    5 responses to “SPÖ-Konzept für höhere Altersarbeitslosikeit” RSS icon

    • Ich glaub auch, dass der Vorschlag nicht sehr durchdacht war. Vielleicht sollte Gabi mal beim Rudi nachfragen, warum er vor wenigen Monaten den Kündigungsschutz für behinderte Arbeitnehmer massiv aufgeweicht hat.

      • Aber genau das ist das Problem bei unseren Politikern (und gerade hier ist die SPÖ Weltmeister): einfach mal was fordern, zumeist laut schreiend, ohne nachzudenken. Es geht in der österreichischen Innenpolitik offenbar nur mehr darum, wer am lautesten schreit — und dabei die anderen möglichst übertönt. Ob das Ganze Hand und Fuß hat, ist dabei nebensächlich. Den Rest erledigen dann Krone, Österreich und Heute. Und angeblich unabhängige Qualitätszeitungen ;) )

        • Ich würde das nicht überbewerten. Gabi hat eine Einzelmeinung geäußert. Das ist nicht Parteilinie. Ich bin froh, wenn etwas öffentlich diskutiert wird. Das ist Teil des politischen Diskurses.

    • es könnte so einfach sein. Die Regierung könnte die Dienstgeber Abgaben für ältere Arbeitnehmer z.B.: halbieren.

      Und wer Kündigungsschutz für eine gute Idee hält sollte mal nach Spanien schauen:/

      • Und warum soll der Staat schon wieder Arbeitsplätze subventionieren? In Wahrheit werfe ich in diesem Punkt den Gewerkschaften Untätigkeit vor. Seit ich aktiv am Arbeitsleben teilnehme, und das sind mittlerweile über 20 Jahre, höre ich gebetsmühlenartig, dass man doch die Einkommenskurven in den Kollektivverträgen abflachen sollte, also höhere Einstiegsgehälter und geringere Steigerungen. Und wenn ich mir die KVs anschaue, ist davon genau nichts realisiert.

        Wenn man das schon vor 20 Jahren angegangen wäre, könnte man für die heute 40-jährigen schon das Pensionsalter auf 70 hinaufsetzen, ohne Angst vor Altersarbeitslosigkeit haben zu müssen.


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