• Moody’s vs. Gerechtigkeit (© Faymann)

    Posted on February 14th, 2012 Nattl 13 comments

    Die ganze vereinte Gerechtigkeit unserer Bundesregierung hat nicht ausgereicht um die Rating Agentur Moody’s zu beeindrucken. Diese haben Österreich gestern den Ausblick negativ verpasst, sprich, man erwartet sogar, dass  Österreichs Rating noch weiter herabgestuft werden könnte.

    Die Herrschaften von Moody’s haben offenbar nicht mit unserer Bundesministerin Fekter gesprochen, die am Wochenende sinngemäß meinte, dass mit dem Sparpaket flugs auch wieder das Triple-A zurück ist. Auch haben sie sich nicht von der inspirierenden Rede von Wohnbaustadtr…ähhh Bundeskanzler Faymann über mehr Gerechtigkeit beeindrucken lassen.

    Schließlich und endlich ist ein innovationsloses Bürgerschröpfungspaket, welches auf Phantasiezahlen beruht und in allen Annahmen vom Best Case ever ausgeht nicht gerade ein Grund, dem Land wieder mehr vertrauen auszusprechen und ihm eine höhere Bonität zu verpassen.

    Ist aber egal, Rudas & Co. werden uns diese Woche schon wieder erklären, warum die bösen Ratingagenturen, diese Schergen der neoliberalen, eiskalten Märkte, so gemein und unfair sind zu Österreich: sie wollen uns fertig machen, weil wir eine so gerechte Bundesregierung haben.

     

    13 responses to “Moody’s vs. Gerechtigkeit (© Faymann)” RSS icon

    • Du weißt aber schon, dass wir bei Moody’s noch AAA haben?

    • Der Downgrade von Moody’s ist weniger erschreckend und unerwartet als der von S&P, immerhin ist es ein bissl peinlich, quasi die downgrade Orgie von S&P verpasst zu haben und man zieht jetzt nur schnell nach.

      Außerdem muß der Downgrade im Kontext gesehen werden, es wurden auch Spanien, POrtugal, SI, SL und vor allem England/UK herabgestuft.

    • Ist sowieso ein Witz Ratingargenturen so eine Macht zu geben, einfach Länder in den Ruin zu treiben. Scheiß Amis!

      • Hat jetzt aber wirklich nichts mit den “scheiß Amis” zu tun, sondern damit, dass sich halt Gott und die Welt z.T. gesetzlich darauf verpflichtet hat, denen zu glauben. Die Chinesen haben z.B. ihre eigenen Rating-Agenturen geschaffen, die für Investments nach ihren Gesichtspunkten bewerten.

        Stünde unseren Politikern ja auch frei zu sagen “ok, AA+, egal, wir glauben an unseren Kurs”, aber man hechelt halt dem AAA nach, weils jeder andere tut.

        • @Capi:

          Sie wissen aber schon, daß die chinesischen Agenturen die USA und Europa sogar noch deutlich negativer beurteilen …

          • Das war auch gar keine Aussage, ob uns die besser bewerten (dachte ich auch nicht), ich hab nur gegen das “Scheiß Amis” “gewettert”. Die Macht der Agenturen ist die Macht, die ihnen alle geben.

        • Das ist richtig, und wenn wir weniger oder gar keine Schulden hätten, wär uns das Rating vollkommen egal. Leider haben wir aber als Vermächtnis der roten Allein- bzw. Fastalleinregierung der 70er / 80er ein schönes Packel zu tragen.

          Die gesamte jetzige Staatsschuld ist einfach nur die verzinste Staatsschuld von damals. Man hat nie was zurückbezahlt, sondern den Schuldenberg stehen gelassen.

          • Staatsschulden 1982: 16,95 Mrd.
            Staatsschulden 1999: 101,196 Mrd.
            Staatsschulden 2011: 180,551 Mrd.

            Wenn deine Aussagen stimmen, betrüge der durchschnittliche Zinssatz zwischen 1982 und 2011 rund 33 % und zwischen 1999 und 2011 immer noch rund 6,5 %.

            Es war (leider?) volkswirtschaftlicher Common Sense, dass ein geringes Budgetdefizit positiv auf die Wirtschaft wirkt. Ich habe das in der Schule in VWL jedenfalls in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre noch so gelernt. Es kam mir damals auch sehr eigenartig vor und meine Lehrerin konnte mir das auch nie schlüssig erklären.

            Wobei die Frage, was geringes Budgetdefizit bedeutet, nie restlos geklärt wurde. Maastricht hat das auf unter 3 % festgelegt. Bis auf eine kurze Periode zwischen 1983 und 1986 war Österreichs Neuverschuldung immer komfortabel unter diesem Wert.

            Praktisch kein industrialisiertes Land dieser Welt ist in den 1980er und 1990er-Jahren ohne Budgetdefizit ausgekommen. Für viele war das ja auch ein einträgliches Geschäft. Wenn es keines gewesen wäre, hätten die Staatsanleihen wohl nicht so leicht ihre Abnehmer gefunden.

    • Für die Begründung bez. des Downgradings siehe hier: http://www.zerohedge.com/news/moodys-downgrades-italy-spain-portugal-and-other-puts-uk-france-outlook-negative-full-statement


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