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Randnotiz: die blauen Wahlhelfer
Posted on February 6th, 2012 No commentsSeit dem WKR-Ball ist die FPÖ wieder einmal in aller Munde. Kaum ein heimischer Politiker, Journalist, Politwissenschaftler, leitender NGO-Mitarbeiter, Staatskünstler und was sich halt sonst noch so bemüßigt fühlt, seiner Empörung über die bösen Rechtsradikalen loszuwerden, kommt dieser Tage nicht zu Wort.
Und dennoch scheint es, dass die Freiheitlichen in Umfragen stärker werden, je mehr Widerstand sich gegen sie aufbaut. Das kann man natürlich nicht zulassen und so wurde am Wochenende eine Umfrage veröffentlicht, wonach die FPÖ nach dem WKR-Sagern von Strache umfragetechnisch in den Keller gerasselt ist, während brave Demokraten wie die SPÖ und die ÖVP davon profitieren konnten.
Wer sich anhand solcher Meldungen nicht wie in Weißrussland oder einem anderen postkommunistischen Mitgliedsland der ehemaligen Sowjetunion vorkommt, der findet derlei panische Wahrheitsverdrehung vermutlich ohnedies ganz in Ordnung.
Freilich wird das alles nichts ändern und den Blauen in Wirklichkeit zum nächsten Höhenflug verhelfen. Denn wer die Österreicher kennt, der weiß, dass die ganz arge Sturschädel sein können — nach dem Motto “jetzt erst recht” kann der Österreicher sich ziemlich verbissen in ein Thema hineintigern und ist dann für Argumente jeder Art relativ unempfänglich.
Wir erinnern uns, dass u.a. die EU-Sanktionen gegen Österreich Anfang des Jahrtausends der Regierung Schüssel II zu einem fulminanten Wahlsieg verholfen hatten. Zwar zu Gunsten der Volkspartei und auf Kosten der Freiheitlichen, dank des genialen Taktierens von Dr. Wolfgang Schüssel, aber dennoch.
Und obwohl bekannt ist, wohin diese künstliche Empörung gegen die FPÖ führt (nämlich zu deren Wahlerfolgen), gerieren sich viele heimische Politiker und andere und gefallen sich als Kritiker der Blauen. Das geht so weit, dass sich eine Oppositionspartei bereits nur mehr dadurch definiert, dass sie nicht die FPÖ ist: die Grünen könnten ihr komplettes Parteiprogramm in die Rundablage entsorgen und anstelle dessen durch den Satz “wir sind nicht die FPÖ” ersetzen.
Dabei wäre es so einfach, die Strache-FPÖ zu entschärfen: weniger Empörung und mehr Ignorieren, dann müsste die FPÖ wieder mehr in die eigene Parteikasse greifen um Werbung zu machen. Derzeit besorgen das nämlich die anderen. Die zweite Sache ist vermutlich für viele schwerer: man müsste endlich Realpolitik machen, die anstehenden Probleme wirklich lösen und sich nicht nur ständig ein taktischen Geplänkeln über die nächsten Wahlen hinüberzuretten. Aber das ist vermutlich zu schwer…
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